Weihnachtsbraeuche urspruenglich heidnisch!?
Wahrscheinlich wird sich der ein oder andere Leser dieses Artikels jetzt denken: “Was? Will DIE uns jetzt etwa erzaehlen, dass Weihnachten auch von den Heiden geklaut ist?...bei Halloween MAG man das ja noch nachvollziehen koennen, aber Weihnachten... das ist doch die Geburt von Jesus Christus.“
...STOP ihr lieben Christen... und mal ganz scharf nachgedacht: Wo steht in der Bibel eigentlich, dass Jesus am 24. Dezember geboren wurde? Na? ... Genau... Richtig! Es steht nirgendwo!...“Nunja,“ ...koenntet ihr jetzt einwenden, „...irgendeinen Tag musste sich die Kirche dann jawohl herauspicken, fuer den Geburtstag ihres Erloesers. Dass es der 24. Dezember wurde, ist reiner Zufall!“
...Also gut, wenn ihr das so seht, dann lasst mich euch von Anfang an erklaeren, wie es sich mit dem Einzug des Christentums und „dessen Braeuchen und Festen“ ins roemische Reich, zugetragen hat.
Etwa im Jahre 70 vor unserer Zeit begann sich in Rom eine neue Religion auszubreiten: der Mithraskult. Dieser war aus Persien ueber Kleinasien und Griechenland nach Rom gelangt und wurde dort spaeter Staatsreligion. Im Mittelpunkt des Kultes stand die Verehrung des Sonnengottes Mithras.
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Der Mithraskult blieb nur Männern vorbehalten, die ihn in sogenannten Mithräen (Grotten) zelebrierten. Die Religionsgemeinde war streng hierarchisch gegliedert, an deren Spitze ein Oberpriester pater patrum (Vater der Väter) stand. Der Mithraskult kannte die sieben Sakramente mit der Taufe, Firmung und Kommunion. Frömmigkeit und Nächstenliebe, Keuschheit und Askese waren in der Mithrasreligion eine große Tugend. Die Gläubigen nannten sich "Brüder", die an die Lehre der Dreifaltigkeit glaubten und die Messe mit einem Kreuzzeichen versehten Hostien und Weihwasser zelebrierten. Sie glaubten an die Unsterblichkeit der Seele, an das letzte Gericht und die Wiederauferstehung und verehrten Mithras als Heiland und Erlöser. Seine Anhänger glaubten, dass er einst wiederkehren würde, um über die Lebenden und die Toten zu richten. Mithras war Gott des himmlischen Lichtes. Sonntag, der Tag der Sonne, war der Tag des Herrn. "Mithras' Höhlentempel befand sich auf den Hügeln des heutigen Vatikans (!) und wurde 376 n. Chr. von der Kirche vereinnahmt." Der Geburtstag von Mithras war der 25. Dezember... |
Erst durch Kaiser Konstantin wurde das Christentum Staatsreligion. Wobei es diesem gar nicht um Glaubensfragen, sondern viel mehr um die Durchsetzung seiner politischen Ziele ging. Konstantin war noch nicht einmal Christ. Er liess sich erst drei Tage vor seinem Tod taufen, was nur verdeutlicht, dass er das Christentum benutzt hat.
Die Kirche versuchte nun die Bevoelkerung von ihrem alten Glauben abzubringen, indem sie zunaechst die heidnischen Riten daemonisierte. Durch diese Methode wurden allerdings keine Erfolge erzielt. Also versuchte die Kirche es auf einem anderen Weg: Sie begann mit der Integration und Assimilation der „alten Traditionen“ in eigene Rituale.
Denn am Anfang hatten die Christen nur ein Fest: Das Passah-Fest. Erst 381 auf dem Konzil von Konstantinopel wurde das Weihnachtsfest zum Dogma der Kirche erklaert.
Da die Kirche sehr viele Grundprinzipien aus dem Mithraskult uebernommen hatte, stellten dessen Aehnlichkeiten zu der eigenen Religion eine grosse Konkurrenz dar. So begann mit der wachsenden Macht der Kirche die Verfolgung der Mithrasanhaenger.
Doch die Kirche hat bezueglich Weihnachten nicht nur Dinge aus dem Mithraskult uebernommen. Der Ursprung des Wortes Weihnachten: „Zu wihen nahten“ = In den heiligen Naechten“... verweisst auf die Mittwinternaechte/Wintersonnenwende. Die laengste Nacht und der kuerzeste Tag des Jahres.
Bei den Kelten heisst die Wintersonnenwende (eines der vier keltische Nebenfesten) „Alban Artuan“ (gespr. Alwân Ar-thu-ân) = Das Licht des Arthur (Artus). Koenig Artus aus der Artus-Sage ist die Verkoerperung des Sonnengottes. Genau wie der Sonnengott Mithras, wird der keltische Sonnengott Belenos in der laengsten Nacht des Jahres von der grossen Goettin wiedergeboren.
Der germanische Name des Festes „Jul“ (im Engl.: Yule) bedeutet „Rad“. Also ist Jul der Anfang des germanischen Jahresrads, die Neujahrsnacht der Germanen. Aus dieser Ecke kommt auch der Brauch des Adventskranzes. Der Kranz/das Rad ist ein Symbol fuer die, sich in den Schwanz beissende, Midgardschlange, welche wiederum ein Symbol fuer die Wiedergeburt ist. Die vier Kerzen stehen fuer die vier Jahreszeiten. Auch hier wieder gut zu erkennen: Die Beziehung zwischen dem Kreislauf der Natur und dem Kreislauf der Wiedergeburt der Seele.

Uebernommene Braeuche:
Ja der Weihnachtsbaum hat ja eigentlich wirklich ziemlich wenig mit Jesus zu tun. Klar, er kommt ja auch vom Julbaum. Der Baumkult der Heiden duerfte einigen aber doch wohl einigermassen bekannt sein. Schon allein das Weltbild beruht bei den Germanen auf dem Yggdrasil, dem Weltenbaum. Der Julbaum wurde frueher uebrigens nicht abgeschlagen, sondern spaeter wieder eingepflanzt und er wurde mit Nuessen und Aepfeln (Sinnbild fuer Lebenskraft, Avalon) und 13 weissen Kerzen (Zahl der Monde in einem Jahr) geschmueckt.
Der Ruprecht, ein Kobold, war eigentlich derjenige, der den Kinder Suessigkeiten in die geputzten Schuhe steckte. Mit seiner Rute wurde keiner verpruegelt sondern die Tueren wurden gesegnet. Die Rute ist ein Fruchtbarkeitssymbol. Heutzutage laufen ja die heiligen drei Koenige von Tuer zu Tuer und schreiben ihren Segen. Spaeter wurde der Ruprecht dann vom St. Nikolaus unterknechtet. Wobei dessen aussehen sich auch von den Druiden abgeguckt wurde, die ja alle lange Rauschebaerte hatten und zu Alban Artuan tatsaechlich in roten Maenteln die Leute besuchten und ihnen Kraeuter brachten.
Ritual:
Bei vielen Menschen, besonder bei Kindern, geht der Bezug zu Mutter Natur leider verloren. Deswegen als kleine Ritualanregung:
Geht an Weihnachten doch mal raus in den Wald und schmueckt ein paar Baeume mit Futter fuer die Tiere. Vorallem wenn es im Winter schneit haben die Rehe und Voegel es nicht gerade leicht etwas essbares zu finden. Verbindet das ganze mit einem kleine Spaziergang und geniesst die Schoenheit der Natur! Vielleicht seht ihr ja auch ein paar Elfen oder Kobolde ;)
So... das wars, ich wuensche trotzdem allen ein frohes Fest der Liebe,
Blessed Be
Nilramiel